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Klischee einer Erinnerung

Sylvia Berndorfer
Malerei, 2017
Malerei & Grafik

"ICH", 2017, Öl auf Jute, 70 x 100 cm
"Erinnerungsfraß", Öl auf Jute, 90 x 180 cm

Was ist nun das Besondere an einem Foto? Die Erinnerung an das, was einmal war? Einen Moment im Leben festzuhalten, der so nie wiederkommen wird? Ist es wirklich bloß geronnenes, fixiertes Licht aus der Vergangenheit? Betrachte ich Fotos aus meiner eigenen Vergangenheit, tauche ich in eine Welt der Erinnerungen ein. Nicht das Foto selbst ist dabei die Erinnerung, sondern der Erinnerungsanlass. Das ist doch der Grund, warum wir mit Fotoapparaten und/oder Handys „bewaffnet“ versuchen, unsere Gegenwart, den gerade erlebten Moment festzuhalten, um vielleicht Jahre später voller Melancholie wieder daran zu denken, um gerade diesen Ausschnitt der Wirklichkeit vor dem Vergessen zu bewahren. Gleichzeitig wird uns aber auch dabei bewusst, wie jung wir damals waren, wie alt wir geworden sind und wie vergänglich. Fotografieren bedeutet die Sterblichkeit zu inventarisieren.  

Sylvia Berndorfer
geb. 1972 in Grieskirchen, lebt und arbeitet in Oberösterreich

"Klischee einer Erinnerung" © Sylvia Berndorfer, Malerei; 2017

"Klischee einer Erinnerung" © Sylvia Berndorfer, Malerei; 2017