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Studienberechtigungsprüfung

Verordnung des Rektorats der Kunstuniversität Linz betreffend

Studienberechtigungsprüfung gemäß § 64a UG 2002

Präambel
An der Kunstuniversität Linz setzen die Studienrichtungen „Architektur“, „Industrial Design“ und die angebotenen Lehramtsstudien den Nachweis der „allgemeinen Universitätsreife“ voraus. Laut § 64 (1) UG können Personen ohne Reifeprüfung durch Ablegen der Studienberechtigungsprüfung die allgemeine Universitätsreife für Bachelor und Diplomstudien erlangen.

Zulassung zur Studienberechtigungsprüfung
Zur Studienberechtigungsprüfung ist auf schriftlichen Antrag hin zuzulassen wer,
− keine Reifeprüfung besitzt,
− eine Zulassung zu einem Studium der Kunstuniversität anstrebt,
− das 20. Lebensjahr vollendet hat,
− eine eindeutig über die Erfüllung der allgemeinen Schulpflicht hinausgehende
erfolgreiche berufliche oder außerberufliche Vorbildung für das angestrebte Studium
nachweist und
− die deutsche Sprache in jenem Ausmaß beherrscht, wie es für die Aufnahme als ordentlicheR StudierendeR verlangt wird.

Das Ansuchen auf Zulassung ist schriftlich im Studienrektorat einzureichen und
beinhaltet folgende Punkte:
− Name, Geburtsdatum, Adresse und falls vorhanden Matrikelnummer
− Nachweis der Staatsangehörigkeit eines Mitgliedsstaates des Europäischen Wirtschaftsraumes
− das angestrebte Studium
− den Nachweis der Vorbildung
− die Wahlfächer
− die Erklärung über die Anzahl der erfolglosen Versuche, die Studienberechtigungsprüfung zu absolvieren.

Studienberechtigungsgruppen
Das Rektorat legt fest, dass die Studienrichtungen „Architektur“ und „Industrial Design“ der Studienrichtungsgruppe „Bautechnische Studien“ lt. § 64a. Abs. 15 Z 11 UG zuzuordnen sind.
Für diese Studienrichtungsgruppe legt das Rektorat fest:
1. eine schriftliche Arbeit über ein allgemeines Thema (Aufsatz). Diese Prüfung ist an der Johannes Kepler Universität bzw. an einer im § 64 a Abs. 8 des Universitätsgesetzes angeführten Einrichtung abzulegen.
2. zwei Prüfungen, die im Hinblick auf die Vorkenntnisse für die angestrebte Studienrichtungsgruppe erforderlich sind (Pflichtfächer: Darstellende Geometrie und Mathematik). Diese Prüfungen sind an der Johannes Kepler Universität bzw. an einer im § 64 a Abs. 8 des Universitätsgesetzes angeführten Einrichtung abzulegen.
3. zwei Prüfungen im Wahlfach, welche an der Kunstuniversität Linz geprüft werden soweit nicht der § 64a Abs. 9 UG anzuwenden ist.

Für alle nicht an der Kunstuniversität bzw. Johannes Kepler Universität Linz abgelegten Prüfungen gilt, dass der Studienrektor der Kunstuniversität zunächst die Gleichwertigkeit dieser Prüfungen gemäß § 64 a Abs. 8 des Universitätsgesetzes festzustellen hat, bevor sie angerechnet werden.

Das Rektorat legt fest, dass die Lehramtsstudien „Bildnerische Erziehung“, „Technik & Design / Werkerziehung“, „Textiles Gestalten“ und „Mediengestaltung“ der Studienrichtungsgruppe „Künstlerische Studien“ lt. § 64a. Abs. 15 Z 16 UG zuzuordnen sind.

Für diese Studienrichtungsgruppe legt das Rektorat fest:
1. eine schriftliche Arbeit über ein allgemeines Thema (Aufsatz). Diese Prüfung ist an der Johannes Kepler Universität bzw. an einer im § 64 a Abs. 8 des Universitätsgesetzes angeführten Einrichtung abzulegen.
2. zwei Prüfungen, die im Hinblick auf Vorkenntnisse für die angestrebte Studienrichtungsgruppe erforderlich sind (Pflichtfächer: Geschichte 2, Englisch2)
Diese Prüfungen sind an der Johannes Kepler Universität bzw. an einer im § 64 a Abs. 8 des Universitätsgesetzes angeführten Einrichtung abzulegen.
3. zwei Prüfungen im Wahlfach, welche an der Kunstuniversität Linz geprüft werden, soweit nicht der § 64a. Abs. 9 UG anzuwenden ist.

Für alle nicht an der Kunstuniversität bzw. Johannes Kepler Universität Linz abgelegten Prüfungen gilt, dass der Studienrektor der Kunstuniversität zunächst die Gleichwertigkeit dieser Prüfungen gemäß § 64a. Abs. 8 des Universitätsgesetzes festzustellen hat, bevor sie angerechnet werden.

Prüfungsanforderungen und –methoden, Prüfungen / Anerkennungen
Die Prüfungsanforderungen in den Pflichtfächern orientieren sich am Lehrstoff der 12. bzw. 13. Schulstufe und umfassen

a) im Fach Mathematik 2:
Zahlenmengen; Gleichungen und Ungleichungen; elementare Funktionen; lineare Algebra (insbesondere Vektoren) und Geometrie; Trigonometrie und Winkelfunktionen; Folgen und Reihen; Grundbegriffe der Differentialrechnung und Integralrechnung – schriftlich und mündlich

b) im Fach Darstellende Geometrie:
Lösen der Grundaufgaben in zugeordneten Normalrissen; perspektivische Darstellung;
Seitenrissprinzip; Darstellung ebenflächig begrenzter Körper und einfacher technischer Objekte; ebene Schnitte und Netze von Prismen und Pyramiden; perspektivische Affinität und Kollineation; Normalriss eines Kreises; Ellipse als affines Bild eines Kreises; Drehzylinder und Drehkegel; Darstellung der Kugel und ihrer ebenen Schnitte; ebene Schnitte von Drehzylindern und Drehkegeln; Abwicklung von Drehzylindern und Drehkegeln - schriftlich

c) einen Aufsatz über ein allgemeines Thema:
Mit dem Aufsatz über ein allgemeines Thema hat der Kandidat nachzuweisen, dass er sich zu einem vorgegebenen Thema in einwandfreier und gewandter Sprache und klarem Gedankengang schriftlich zu äußern vermag. Es sind drei Themen zur Wahl zu stellen; den Kandidatinnen und Kandidaten ist Gelegenheit zu geben, ihre Vertrautheit mit den Grundzügen der Geschichte der Republik Österreich, mit den gegenwärtigen Strukturen Österreichs und seiner Stellung in der Welt nachzuweisen. Die Arbeitszeit beträgt 4 Stunden.

d) im Fach Geschichte 2
Grundzüge der allgemeinen Geschichte; wesentliche historische Fakten und Entwicklungen der europäischen Geschichte mit Schwerpunkt auf Österreich unter Berücksichtigung kultur-, wirtschafts- und sozialgeschichtlicher Aspekte – mündlich.

e) im Fach Lebende Fremdsprache 2 – Englisch 2
Sicherheit im mündlichen und schriftlichen Ausdruck unter richtiger Anwendung der Grundgrammatik; Fähigkeit, die Sprache bei normaler Sprechgeschwindigkeit zu verstehen und sich an Konversationen über allgemein bekannte Inhalte für die Gesprächspartner verständlich zu beteiligen; Fähigkeit, einfache Texte ins Deutsche zu übersetzen; Fähigkeit, kurze Texte fließend zu lesen und zusammenzufassen; Fähigkeit, zu allgemeinen Themen in erzählender und beschreibender Weise in Aufsatzform Stellung zu nehmen - schriftlich und mündlich.

Das Wahlfach ist in einer mündlichen Prüfung zu absolvieren.

PrüfungskandidatInnen, die eine Meisterprüfung oder eine Befähigungsprüfung gem. Gewerbeordnung BGB1. Nr. 194/ 1994 oder dem Land- und Forstwirtschaftlichen Berufsausbildungsgesetz BGB1. Nr. 298/1998 erfolgreich abgelegt haben, sind von der Ablegung der Studienberechtigungsprüfung im Wahlfach auf Ansuchen zu befreien.

Positiv beurteilte Prüfungen, die eine KandidatIn an einer anerkannten Bildungseinrichtung abgelegt hat, sind auf Antrag vom Rektorat anzuerkennen, soweit sie in Inhalt und Umfang gleichwertig sind.

Mindestens eine Prüfung ist an der Universität abzulegen.

Jede Fachprüfung ist vom/von der PrüferIn mit „bestanden“ oder „nicht bestanden“ zu beurteilen. Das Prüfungsergebnis ist der /dem KandidatIn mitzuteilen und, wenn es negativ ist zu erläutern.
Die Prüfungskandidatinnen oder die Prüfungskandidaten sind berechtigt, negativ beurteilte Prüfungen zweimal zu wiederholen. Die letzte zulässige Wiederholung ist in kommissioneller Form durchzuführen. Nach negativer Beurteilung der letzten zulässigen Wiederholung ist man von der Ablegung der Studienberechtigungsprüfung für diese Studienrichtung an der betreffenden Universität ausgeschlossen. § 59 Abs. 1 Z 12 des Universitätsgesetzes gilt sinngemäß.
Die Prüferin oder der Prüfer hat für Pflicht- und Wahlfächer ein Prüfungsprotokoll zu führen, das die gestellten Fragen, die erteilten Beurteilungen sowie die Gründe für die negative Beurteilung zu enthalten hat.
Über die Ablegung jeder Prüfung ist ein Zeugnis auszustellen. Das Rektorat hat nach Vorliegen aller Prüfungszeugnisse ein Studienberechtigungszeugnis für die jeweilige Studienrichtungsgruppe auszustellen. Dieses Studienberechtigungszeugnis gilt für jede Universität, an der ein Studium der jeweiligen Studienrichtungsgruppe eingerichtet ist.

Mit positiver Ablegung der Studienberechtigungsprüfung gilt der Nachweis der allgemeinen Universitätsreife als erfüllt. Der Nachweis der besonderen Eignung für das angestrebte Studium an der Kunstuniversität Linz (Zulassungsprüfung) muss zusätzlich erbracht werden.