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Stand: 09.04.2020

Offener Brief an BM Faßmann

Die Autonomie der Universitäten darf nicht ausgehebelt werden! Doch leider eröffnet hierfür das COVID-19-Hochschulgesetz – C-HG unzählige Möglichkeiten (z.B. schulische Leistungen für Aufnahmeverfahren, § 1.Z. 20, Eingriff in Hochschulautonomie und potenzielle Kompetenzverschiebungen). Deshalb fordern wir einen verantwortungsvollen Umgang mit Ihren erlangten Befugnissen. Die Verordnungen dürfen keinesfalls zum Nachteil der Studierenden sein.

Die Studierenden sind ein wichtiger Teil der Gesellschaft und der Zukunft Österreichs. Wir fordern die Politik auf zuzuhören und endlich zufriedenstellende Lösungen zu bieten, ohne dabei Verordnungen mit Nachteilen für Studierende zu erlassen. Der soziale Aspekt sollte dabei klar im Vordergrund stehen. Die Grundlage dafür ist mit dem Erlass des Covid-19-Hochschulgesetz – C-HG geschaffen.

Mit Nachdruck fordern wir Sie dazu auf, Studierenden soziale Sicherheit zu bieten und Existenzängste zu nehmen bzw. diese nicht zu verstärken. Voraussetzung hierfür wäre, dass der Staat die Studienbeiträge übernimmt. Dies steht in keinem Verhältnis zur Unterstützung, welche die Wirtschaft erhält. Lediglich ein kleiner Prozentsatz davon wäre von Nöten, um Existenzen vieler Studierenden zu retten. Die Sozialtöpfe der ÖH sind nicht im Stande allen bedürftigen Studierenden zu helfen. Mit der Rückerstattung der Studienbeiträge wäre vor allem berufstätigen Studierenden und Studierenden aus Drittstaaten geholfen. Hier geht es nicht um irgendein Geschenk oder um Luxus, es geht darum jungen Menschen Sicherheiten zu bieten und die Abdeckung von Grundbedürfnissen, wie etwa Miete und Lebensunterhalt, zu gewährleisten. Dies soll nicht auf Kosten des ohnehin unterfinanzierten Bildungssystems geschehen. Es ist ihre Aufgabe das Bildungssystem am Leben zu erhalten.

Natürlich ist es verständlich, dass wirtschaftliche Interessen wichtig sind, jedoch darf die Bildung junger Menschen in diesem Land nicht auf der Strecke bleiben. Außerdem würden auch Sie, wenn ein Produkt unvollständig oder defekt geliefert wird, nicht den vollen Preis dafür bezahlen. Das Produkt ist in diesem Fall unsere Bildung, die im Sommersemester 2020 auf der Strecke bleibt. Ein Semester, das unvollständig und daher mangelhaft bzw. unausgegoren geliefert wird. Es ist schlichtweg falsch, die Distanzlehre als gelungen zu betrachten, was Umfragen bereits aufgezeigt haben. Es fehlen konkrete Maßnahmen zur Umsetzung praktischer Arbeiten in Werkstätten und Laboren.

Wir alle wurden von der Covid19-Krise überrascht, und es wird Zeit brauchen einen zufriedenstellenden Ablauf (in der Lehre und der Organisation) an Universitäten zu bewerkstelligen. Diese Zeit und eine ausführliche Evaluierung wird es brauchen, um in Zukunft auf Krisen angemessen und schnell reagieren zu können. Zusammen mit dem sozialen Aspekt fordern wir, die Hochschüler*innenschaft der Universität für Industrielle und Künstlerische Gestaltung Linz, als Vertreter*innen unserer Studierenden eine Kostenübernahme der Studienbeiträge sowie eine Rückführung bereits einbezahlter Gebühren.

Andrea Hörndler, Gregor Selim Obermüller & Sebastian Moik
Vorsitzteam der Hochschüler*innenschaft der Kunstuniversität Linz

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Wir arbeiten gerade an unserer neuen Website, bis es soweit ist informieren wir über Aktuelles per Mail-Aussendungen. Dort findet ihr alle relevanten Themen rund um die Hochschüler*innenschaft, wie Ausschreibungen, Veranstaltungen, Jobs, usw.